Von Dave Ramsey gibt es aus dem Buch Total Money Makeover auch eine Aufzählung von Mythen über Schulden, die ich hier zusammengefasst habe. Das Buch ist eine wahre Fundgrube.
Hier also Dave Ramsey: Etwas haben wollen und es sofort haben zu wollen, liegt in der menschlichen Natur. Es ist die kindliche Seite in uns und deswegen nicht rational oder erwachsen. In unserer Gesellschaft ist Schuldenmachen normal. Der klare Blick auf Schulden wird durch mehrere Mythen zum Schuldenmachen verstellt. Es braucht einen neuen Blick auf die Mythen!
Mythos 1:Schulden sind ein Werkzeug
Wahrheit: Ja, Sie können mit fremden Geld ein Haus kaufen und unser Geld wirkt wie ein riesiger Hebel. Aber das eigene Geld mit diesem Hebel einzusetzen, ist riskant. Und wie es schon in der Bibel stand: Der Schuldner wird zum Diener bzw. Sklaven des Geldgebers.
Von den 400 reichsten Menschen (nach der Fortune-Liste 400), empfehlen 75% davon anderen Menschen total schuldenfrei zu leben. Sie empfehlen deswegen, alles mit Bargeld zu bezahlen. Und nur mit Bargeld, das man selber besitzt.
Meine Helga, die nicht auf der Fortune Liste steht (nur auf meiner eigenen), hat schon immer nach diesen GeldmanagementRegeln gelebt.
Mythos 2:Verwandten und Freunden Geld zu leihen, hilft Familie und Freunden
Wahrheit: Verleihen Sie kein Geld an Leute, die Ihnen wichtig sind. Der Schuldner wird zu Ihrem Diener. Es verändert die Qualität der Beziehung zu diesem Menschen. Sie können das Geld an jemanden in Not verschenken, wenn Sie wollen, aber verleihen Sie es nicht an einen für Sie wichtigen Menschen.
Mythos 3: Für einen Kreditvertrag eines Freundes zu bürgen, ist eine Hilfe für ihn
Wahrheit: Sie werden am Ende den Kreditvertrag bezahlen. Wenn Ihr Freund kreditwürdig wäre, dann würde es keinen Bürgen brauchen. Die Bank glaubt nicht an die Zahlungsfähigkeit Ihres Freundes und verlangt deswegen einen Bürgen. Die finanziellen Probleme Ihres Freundes werden dadurch bald Ihre eigenen werden.
Mythos 4: Vorziehen der Auszahlung des Gehaltschecks ist eine Hilfe für Niedrigverdiener
Wahrheit: Was bei uns der recht harmlose Dispositionskredit ist, das ist in den USA für den einen oder anderen die Vorauseinlösung des wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Gehaltsschecks. Niedrigverdiener werden für die paar Tage, wo es vorher das Geld gibt, mit horrenden Zinsen bestraft. In Deutschland gibt es nur so etwas Ähnliches bei der Steuererstattung – wo “hilfreiche” Unternehmen einen großen Teil der Erstattung einstreichen, da der eine oder andere keine Ahnung hat, wie er seine Steuererklärung auszufüllen hat.
Mythos 5: Mieten ist ein sinnvoller Weg, um teure Geräte zu nutzen
Wahrheit: Ich kann mich noch daran erinnern, wie es in den 80er Jahren bei uns im Bezirk ein Unternehmen gab, die den Kunden unglaublich überteuerte Mietverträge für elektrische Geräte vermittelt haben. Wenn die Kunden dieser “Dienstleistung” sich für vielleicht ein Jahr zurückgehalten hätten und die Raten auf ein Sparbuch überwiesen häten, dann hätten sie die gleichen Geräte nagelneu kaufen können, statt über Jahre an einen Vertrag gebunden zu sein.
Mythos 6: “Kaufe jetzt und zahle später!” ist schlau
Wahrheit: Es gibt zwei Gründe, warum das nicht der beste Weg ist um etwas zu kaufen. Erstens, Sie können einen Rabatt fast übrall heraushandeln, wo Sie bar bezahlen. Zweitens, 88% aller Verträge, die mit späterer Zahlung abgeschlossen werden, verwandeln sich in langfristige Ratenkredite.
Mythos 7: Eine monatliche Autorate gehört zum Leben dazu
Wahrheit: In den USA ist die durchschnittliche Autorate 378 Dollar im Monat. Andererseits fahren die meisten US-Millionäre (siehe auch das Buch MillionaireNextDoor)ein zuverlässiges, gebrauchtes Auto, welches bar bezahlt wurde. Das Auto war bei der Anschaffung 2-3 Jahre alt und diese Haushalte sparen die Differenz. Sich für eine Autorate zu verschulden, ist dumm. Das Auto hat zwei unangenehme Eigenschaften: Erstens laufend Geld zu verbrauchen (Steuer, Versicherung, Reparaturen, Benzin etc.) und zweitens an Wert über die Zeit zu verlieren.
Gut aussehen zu wollen – mit dem neuen Auto – statt in guter finanzieller Verfassung zu sein, ist das eigentliche Problem dahinter.
Mythos 8: Leasing eines Autos ist der richtige Weg
Wahrheit: Da die Automobilpreise in den letzten Jahren immer mehr gestiegen sind und die meisten Autokäufer Schwierigkeiten haben, diese neuen Autos in einem Schwung oder über eine Autofinanzierung zu bezahlen, ist für die meisten Autokäufer am Ende oft nur der Leasingvertrag übrig geblieben. Nur das Leasing eines Autos ist die am wenigsten intelligente Möglichkeit ein Auto zu fahren. Es ist die teuerste Art ein Auto zu fahren. Warum? Aus verschiedenen Gründen. Die meisten Leasingverträge laufen über 3 Jahre. In den ersten drei Jahren verlieren die meisten Fahrzeuge 30-50% des Anschaffungswertes. Da bei den Autokonzernen und Autohändlern ja keine Heiligen, sondern Kaufleute sitzen, wird also der Wertverlust nur durch den künftigen Fahrer eines Leasingfahrzeuges getragen. In den USA verdienen die Autohändler durchschnittlich an einem Barverkauf: 82 Dollar, wenn der Wagen finanziert wird: 774 Dollarund bei Leasing sind es 1.300 Dollars. Und nach drei Jahren haben Sie zwar für das Auto eine Art Miete bezahlt, aber es gehört Ihnen gar nichts. Also dürfen Sie im Anschluß wieder einen neuen Vertrag abschliessen.
Mythos 9: Die 0% Finanzierung ist ein toller Weg, ein Auto zu kaufen
Wahrheit: 60% des Wertverlustes eines Autos fällt in den ersten vier Jahren an. Millionäre in den USA fahren ein drei Jahre altes Auto, für das sie mit Bargeld bezahlt haben. Sie bekommen also keine bessere Verzinsung für Ihr Geld, als ein gebrauchtes statt ein neues Auto zu kaufen.
Mythos 10: Man braucht eine Kreditkarte zum Leben
Wahrheit: Konsumforscher haben herausgefunden, das der durchschnittliche Kunde 12-18% mehr im Einzelhandel ausgibt, wenn er statt Bargeld Kreditkarten einsetzt. Visa spricht in internen Unterlagen für Einzelhändler sogar von 30% mehr Umsatz, wenn ein Händler Kreditkarten akzeptiert. Außerdem ist die Kreditkarte oft der Grund für immer höhere Verschuldung von Einzelpersonen und viele persönliche Insolvenzen. Noch mehr über Kreditkarten finden Sie hier.
Mythos 11: Zusammenführen von vielen Ratenkrediten in einen einzigen Kredit ist gut
Wahrheit: Für die meisten Menschen ist das schlecht, weil zuerst die Ausgabegewohnheiten geändert werden müssen. Die meisten Leute, die so eine Umschuldung vornehmen und ihre anderen Kredite damit ablösen, haben nach kurzer Zeit den Umschuldungskredit am Hals und wieder die anderen Kredite neu angesammelt.